Allgemeine Beschreibung zur Entwicklung
Quelle:
Fachbuch für
Parkettleger
und Bodenleger
www.sn-verlag.de
Holz wird als Fußboden seit Menschengedenken verwendet. Urkundliche Erwähnungen von Holzfußböden lassen sich in Mitteleuropa bis
etwa
1250 zurückverfolgen. Bis ins 15. Jahrhundert hinein waren einfache Dielenböden
aus Weichholz auch im gehobenen Wohnungsbau, z.B. in Schlössern, üblich. Daneben
wurden vor allem im Erdgeschoß gestampfter Lehm, Naturstein und Keramikplatten
verwendet. Schmuckfußböden wurden bis zum 15. Jahrhundert nur für kirchliche
Gebäude und nur aus Naturstein oder Keramik hergestellt.
Mit der Renaissance wandelt sich im 15. Jahrhundert das Weltbild. Die Kirche
verliert ihren beherrschenden Einfluss, der Mensch rückt in den Vordergrund.
Dieser Sinneswandel ist auch in der Baukunst ablesbar: Neben den Kirchen
entstehen nun auch prächtige Wohnhäuser für den Adel und die wohlhabenden
Bürger, z.B. für Kaufleute und Handwerksmeister. Die einfachen Dielenböden werden durch Hartholzfriese gegliedert. Mit
der absolutistischen Prachtentfaltung im Barock werden die Residenzen der
kirchlichen und weltlichen Fürsten zum Spiegel ihrer Macht und ihres Einflusses.
Das Lebensgefühl der Herrscher der Barockzeit drückt sich wohl am deutlichsten
in dem Ausspruch des französischen Sonnenkönigs (Ludwig XIV., 1638 bis 1715)
"Der Staat bin lch." aus. Der Fürst und mit ihm die Residenz des Fürsten ist das
Zentrum des Staates, und die Raumfolge, die ein Besucher durchschreiten muss, um
zu einer Audienz vorgelassen zu werden, ist im Hofzeremoniell genau festgelegt. Die gegliederten Dielenböden weichen mehr und mehr dem in
Frankreich erfundenen Tafelparkett. Die Prachtentfaltung erreicht im 18.
Jahrhundert im Rokoko ihren Höhepunkt. Die Räume werden zu Kunstwerken, deren
Gestaltung oft ein Thema variieren und in deren Gestaltung auch die Fußböden
einbezogen werden, in die in Einlegetechniken geschwungene und verschlungene
Ornamente und bildliche Darstellungen, z.B. Jagdgerätschaften, eingearbeitet
sind. Mit den Intarsienböden erreicht auch die Kunst im Holzfußbodenbau ihren
Höhepunkt.
Nach der französischen Revolution (1789 bis 1799) geht der Einfluss des Adels
auch im übrigen Europa mehr und mehr zurück. Das bürgerliche Ideal des
gebildeten Humanisten, das schon einmal in der Renaissance stilprägend war,
drückt sich nun in den Formen des Klassizismus aus. Nach der überschwänglichen
Formensprache des Rokoko gilt nun "edle Einfalt, stille Größe" auch als
gestalterische Maxime. Im Holzfußbodenbau werden nun kleinteilige Parketttafeln
mit geometrischen Mustern bevorzugt.
Der letzte Schritt in der Entwicklung des Holzfußbodenbaus ist die Auflösung der
Parketttafel in ihre Einzelteile, die durch die industrielle Fertigungstechnik
mit dem Einsatz von Dampfmaschinen in der Mitte des 19. Jahrhunderts ermöglicht
wurde. Das so entstandene Stabparkett ist bis zum heutigen Tag ein Holzfußboden,
mit dem sich unzählige Mustervarianten herstellen lassen. Der kurze
geschichtliche und kunstgeschichtliche Rückblick hat gezeigt, dass historische
Holzfußböden in die vier Typen einfache Dielenböden, gegliederte Dielenböden,
Tafelparkett und Intarsienböden eingeteilt werden können.
Parkett ...ein Stück Persönlichkeit
Unser Impressum gibt es auf der Hauptseite