Gegliederte Dielenböden
Quelle:
Fachbuch für
Parkettleger
und Bodenleger
www.sn-verlag.de
Mit dem Übergang zur Renaissance im 16.
Jahrhundert richteten sich die Aristokraten und die wohlhabenden Bürger immer
wohnlicher und repräsentativer ein. So entstanden die ersten gegliederten
Dielenböden. Der Anfang, den Fußboden in die Raumgestaltung mit einzubeziehen,
war gemacht.
Der Dielenboden wurde in einzelne Felder mit entsprechendem Kreuzfries
eingeteilt. Der Zwischenfries beseitigte gleichzeitig den konstruktiv und
gestalterisch unschönen Hirnholzstoß der einfachen Dielenböden. Die Friese sind an den Wänden entlang und auf der Fläche
kreuzförmig verlegt worden. Unter der Verwendung von kürzeren Dielen
entstanden dadurch kleine Weichholzfelder, die durch Eichenfriese unterteilt
wurden. Das Eichenholz wurde dann oft mit Speckschwarten, Laugen oder Beizen
bearbeitet, um die Friese von den Weichholzfeldern farblich deutlicher
abzusetzen. Im Laufe der Zeit ist der Fußboden von vier in sechs, acht oder
neun Felder geteilt worden. Dadurch war die Holzausnutzung wegen der
geringeren Länge der einzelnen Dielen wesentlich besser.
Zunächst verlief die Holzrichtung der einzelnen Felder gleich, doch sehr rasch
kam man auf den Gedanken, die Weichholzfelder im Schachbrettmuster, d. h. um 90 Grad
verdreht, zu verlegen. In besonders repräsentativen Räumen wurde der Mittelpunkt der Fläche
durch eine Kartusche (in Kreisform, Ovale, Quadrat oder ähnliche Formen)
hervorgehoben. Hier konnte z.B. das Familienwappen oder die Initialen des
Bauherren in einer gegossenen Metallplatte eingelegt werden.
In der weiteren Entwicklung ging man ab ca. 1650 vereinzelt dazu über, die
Konturen der prachtvollen Stuckdecken auf den Fußboden zu übertragen. Der
Fußboden wurde in einen harmonischen Einklang mit den Wänden und der Decke
gebracht. Die ersten Holzschmuckfußböden waren entstanden. Dieses
eindrucksvolle Gestaltungsprinzip von Fußboden und Decke findet man heute noch
z.B. in dem Kloster Andechs (ehem. Bibliotheksaal) oder im ehemaligen Kloster
St. Michael (Refektorium) in Bamberg in Vollendung.
Die Entwicklung der gegliederten Dielenböden erreichte im 17. Jahrhundert
ihren Höhepunkt. In der gegenwärtig lieferbaren Produktpalette der
Holzfußböden gibt es keine Beispiele, die auf gegliederte Dielenböden
zurückzuführen sind. In einigen Regionen werden aber auch heute noch
handwerklich Fußböden hergestellt, die die Optik der gegliederten Dielenböden
lebendig halten, z.B. das Fränkische Muster (Hochzeitsboden) in Oberfranken.
Parkett ...ein Stück Persönlichkeit
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