Das Stabparkett (ca. 1840)
Quelle:
Fachbuch für
Parkettleger
und Bodenleger
www.sn-verlag.de
Um ca. 1840 begann die industrielle Herstellung von Stabparkett. Zur Verlegung von Verband-, Fischgrät-, und Würfelböden wurden Stäbe produziert, die in der Regel zwischen 9 und 12 cm breit waren.
Diese Stäbe sind verdeckt auf den Blindboden genagelt worden. Aufwendige Bordüren wurden bereits als Tafeln in der Werkstatt angefertigt und mussten vor Ort nur noch an das Stabparkett angepasst werden.
Etwa Ende des 19. Jahrhunderts kam die Betondecke auf. Während diese Unterkonstruktion für Steinfußböden wie geschaffen war, wurden für die Parkettböden nach wie vor Blindböden mit Lagerholzunterbau auf der Betondecke verlegt. Zwar hatten die Lagerhölzer kleinere Abmessungen, aber dennoch verursachte diese Konstruktion eine größere Bauhöhe und somit auch höhere Baukosten. Der große Vorteil eines solchen Aufbaus lag darin, dass nun für eine ausreichende Wärmedämmung gesorgt werden konnte.
Die erhöhten Baukosten führten zu der Forderung nach Einsparung von Hohlräumen zwischen Betondecke und Fußboden. Diese wirtschaftlichen Überlegungen zwangen zur Entwicklung einer Direktverbindung zwischen dem anorganischen Werkstoff Beton mit dem organischen Werkstoff Holz.
So wurde der Parkett-Heißaspalt entwickelt. Hierbei handelte es sich um Mischungen von Asphalt mit Füllstoffen und Zusätzen.
Voraussetzung für die Asphaltverklebung waren Parkettstäbe ohne Nut und Feder dafür aber mit schwalbenschwanzförmigen Einfräsungen an der Unterseite, die der heiße Asphalt bei der Verlegung umschloss und dadurch die nebeneinander liegenden Stäbe mit dem Unterboden verzahnte.
Durch das Einbringen der Parkettstäbe in den heißen Asphalt verbrannten sich viele Parkettleger immer wieder die Finger. Kein Wunder, dass dies zu immer größerer Abneigung gegen die heiße Parkettverklebung führte.
So entstand ein kalt zu verarbeitender Bitumen-Lösemittelkleber. Dieser setzte sich aus in Kohlenwasserstoff gelöstem Bitumen- oder Steinkohlenteerpech zusammen. Nach dem Verdunsten der Lösemittel behielt diese Klebemasse ihre plastisch elastischen Eigenschaften.
Die Voraussetzung für das Verarbeiten dieses Klebers war ein völlig ebener Untergrund, denn das Klebebett war nach Verdunsten der Lösungsmittel nur noch 1 mm dick. Die Unebenheiten im Betonuntergrund wurden deshalb mittels einer aufgeklebten Bitumenpappe egalisiert. Hierauf wurde anschließend das Parkett vollflächig geklebt. Ein weiteres Problem der Bitumenkleber war, dass sie sich bei Schublastungen aus dem Quellen des Holzes plastisch verformten, was nach dem Schwinden zu Abrissfugen führte.
Die Entwicklung von hartplastischen (schubfesten) Lösemittel-Klebstoffen überwand dieses Problem und stellte eine sichere Lösung zur Verbindung von Untergrund und Parkett dar.
Parkett ...ein Stück Persönlichkeit
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