Tafelparkett

Quelle:
Fachbuch für
Parkettleger
und Bodenleger

www.sn-verlag.de

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Als Tafelparkett bezeichnet man Holzfußböden, die aus einzelnen, meist vorgefertigten Hölzern in der Werkstatt zu Parketttafeln zusammengesetzt sind.

In dem Wort Tafelparkett taucht auch zum ersten Mal der Name Parkett auf. Das Wort Parkett ist aus dem Französischen (parquet) abgeleitet und bedeutet kleiner, abgegrenzter Raum. Als Parkett werden alle Holzfußböden bezeichnet, die in einem kleinteiligen geometrischen Rapportmuster gegliedert sind. Der Vorläufer aller dieser Böden ist das Tafelparkett. Tafelparkett ist der typische Holzfußboden in den Residenzen der Barockzeit.

Die Parketttafeln wurden in der Werkstatt aus möglichst wenigen gleichen Teilen zusammengesetzt und mit einem umlaufenden Fries aus Eichenholz zusammengefasst. Die Innenflächen der Tafeln sind vielfach aus edlen Hölzern, wie Eiche, Ahorn, Nussbaum, Kirschbaum oder Birnbaum gefertigt. Die vorgefertigten und rundum genuteten Tafeln wurden auf der Baustelle mit Federn entweder direkt oder durch Zwischenfriese miteinander verbunden.

Am Anfang der Entwicklung standen einfache Würfelböden mit Friesen, deren Gestaltung von den gegliederten Dielenböden übernommen war. Die Tafeln wurden gerade, d.h. parallel zu den Wänden, im Raum verlegt. Später ging man dazu über, die Tafeln diagonal zu verlegen. Hier wurde mit vier Tafeln von der Mitte ausgegangen, um an den Wänden einen gleichmäßigen Abstand zu erzielen.

Der entscheidende Entwicklungsschritt bei den Tafelparkettböden war aber das geometrisch durchgehenden Rapportmuster. Diese Entwicklung ermöglichte das Verlegen von sehr aufwendig aussehenden Mustern mit nur wenigen unterschiedlichen Parketthölzern. Diese Art der Gestaltungsmöglichkeit von Parkettböden hatte deshalb einen sehr großen Einfluss auf die Weiterentwicklung der damaligen Parkettböden.

Das wohl bekannteste Tafelparkett ist der Boden des "Appartement du Roi" im Schloss Versailles, das so genannte " Versailler Muster". Dieser Boden wurde bereits 1684 verlegt und ist  danach in unzähligen Schlössern in ganz Europa kopiert worden. Dieses in der Parkettgeschichte herausragende Muster wird heute noch als Parkett in Perfektion angesehen.

Parketttafeln werden bis auf den heutigen Tag und zum Teil mit den traditionellen Mustern angefertigt. Auch im Bereich des Fertigparketts sind quadratische Elemente mit der Optik von Tafelparkett lieferbar.
 

Der Aufbau der Parketttafeln: Parketttafeln unterscheiden sich in ihrem Aufbau. Zum einen wurden massive und zum anderen furnierte Tafeln hergestellt. Bei den massiven Parketttafeln gehen die Muster in voller Dicke durch die Tafel, bei den furnierten Tafeln sind die Musterhölzer mit einer Dicke von etwa 5-8 mm auf eine Blindplatte aus Weichholz aufgeleimt.

 Durch die Verbindung mit Nut und Einsteckfedern war es möglich, die einzelnen Tafeln verdeckt in der Nut auf einen Blindboden zu nageln.

Eine andere Technik war es, das Tafelparkett nur an den Verbindungspunkten bzw. Kreuzfugen der einzelnen Tafeln mit höhengerecht angefertigten Lättchen zu unterlegen. Der Rest der Tafel lag auf einer Schicht aus Säge- und Hobelspänen auf. Eine weitere Möglichkeit bestand darin, Tafelparkettböden mit Keilen auf die erforderliche Höhe zu bringen.

Die Befestigung auf dem Unterboden übernehmen bei diesen Beispielen die Wand- und Zwischenfriese, die mit dem Blindboden fest vernagelt werden.

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